Leitbild
Der Lehrstuhl für Konstruieren in Kunst- und Verbundstoffen hat sich als Dienstleistungseinrichtung zur Aufgabe gemacht, alle Fähigkeiten in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Forschung und Lehre, die beiden Aufgabenschwerpunkte des Lehrstuhles, sollen synergetisch miteinander verbunden werden, um der österreichischen Kunststoffindustrie in zweierlei Hinsicht ideal dienen zu können: Anwendungs- und praxisorientierte Forschungsergebnisse und die angehenden Diplomingenieure bestmöglich auszubilden.
Die Lehrstuhlausstattung erlaubt es, eine Reihe von Versuchen durchzuführen und ermöglicht die Durchführung von Studien- und Diplomarbeiten. Der Lehrstuhl für Konstruieren in Kunst- und Verbundstoffen ist dynamisch organisiert, um sich den ständig ändernden Ansprüchen bestmöglich stellen zu können. Unsere Arbeiten sollen zu einem besseren Verständnis der konstruktiven Anwendungen bzw. Einsatzmöglichkeiten der Kunst- und Verbundstoffe beitragen sowie zu einer Optimierung der Konstruktion bezüglich der jeweiligen Aufgabenstellung. Dabei wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungsinstitutionen und Industriepartnern angestrebt.
Der Lehrstuhl für Konstruieren in Kunst- und Verbundstoffen beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit der konstruktiven Auslegung und Berechnung von Bauteilen aus Kunst- und Verbundstoffen.
Die Verwendung dieser zukunftsweisenden Materialien setzt zur Verwirklichung konstruktiver Ideen die Kenntnis des physikalischen Werkstoffverhaltens sowie dessen Fertigungstechnologie voraus. Dabei muss der Konstrukteur in der Lage sein, die rechnerische Auslegung des Bauteils selbst vorzunehmen. Er muss dazu ein fachübergreifendes Wissen auf den Gebieten der Festigkeitslehre/technischen Mechanik, Werkstoffkunde und Fertigungstechnik verfügen, um das große Potential für Innovationen mit diesen modernen Werkstoffen ausschöpfen zu können. Dies wird vor allem bei Verbundstoffen nur dann möglich sein, wenn das physikalische Verständnis für die Anisotropie vorhanden ist. Der Konstrukteur hat mit diesen Materialien wesentlich mehr Möglichkeiten zur Bauteilgestaltung als mit den herkömmlichen isotropen, da die Werkstoffeigenschaften erst bei der Fertigung entstehen und vorher festlegbar sind. Vorausgesetzt wird dabei, dass der Kraftfluss innerhalb des Bauteils bekannt ist, damit die hervorragenden Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften der Faser ausgenützt werden. Dieses Wissen den Studenten zu vermitteln, ist der Schwerpunkt der Lehre.
In der Forschung nimmt die Weiterentwicklung von Optimierungsverfahren einen breiten Raum ein, da man damit bereits beim ersten Entwurf alle Anforderungen an das Bauteil berücksichtigen kann. Dabei sind bei Faserverbundwerkstoffen wegen der großen Parameterzahl numerische Optimierungsverfahren, wie z.B. Finite-Elemente und Übertragungsmatrizen, notwendig. Somit kann auch eine Kostenminimierung erzielt werden.
Bei der Bauteilberechnung stehen dem Lehrstuhl spezielle Rechenprogramme zur Verfügung.
Der Lehrstuhl für Konstruieren in Kunst- und Verbundstoffen ist um eine intensive Zusammenarbeit mit der Industrie bemüht, deshalb steht vor allem die angewandte Forschung im Mittelpunkt. Neben Studien-, Diplomarbeiten und Dissertationen wird auch eine Beratung bei der Entwicklung von Bauteilen angeboten (Technologietransfer). Dabei kann auf eine langjährige Industrieerfahrung bezüglich Entwicklung von FVW-Strukturen des Lehrstuhlleiters zurückgegriffen werden.
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