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14.11.2019

Clusterland Award 2019 für Recycling-Projekt mit Leobener Beteiligung

Das Kooperationsprojekt TEX2MAT konnte sich gegen zehn weitere nominierte Projekte durchsetzen und wurde mit dem mit € 5.000 dotierten Preis ausgezeichnet. In einem dreiminütigen Live-Pitch präsentierte eine Delegation des Projektteams ihren völlig neuen Ansatz, um Alttextilien zu recyceln und so einen geschlossenen Material-Kreislauf zu schaffen. Per Live-Publikums-Voting wurde das Projekt dann zum Sieger gekürt.

Der Clusterland Award prämiert seit 2004 zukunftsweisende Kooperationsprojekte mit Teams aus Wissenschaft und Forschung und möchte damit zeigen, dass es wichtig "für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg ist, sich schon heute für die Herausforderungen von morgen fit zu machen und das ist gemeinsam einfacher und erfolgsversprechender als in oft teuren Alleingängen. [...]", so Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Dementsprechend wurden auch 2019 insgesamt 11 Projekte für die Live-Endrunde nominiert. Die Themenbereiche in den Projekten waren dabei breit gefächert: nachhaltiges Bauen, Wohnen und Sanieren, Lebensmittel, Kunststoff und Mechatronik.

Siegerprojekt TEX2MAT konnte sich im Live-Pitch durchsetzen - © Martin Hörmandinger v.l. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Klaus Haiden (Huyck.Wangner Austria GmbH / Andritz Fabrics and Rolls), Claudia Hagn (Starlinger & Co Gesellschaft m.b.H.), Generaldirektor-Stellvertreter Reinhard Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, ecoplus kaufmännischer Geschäftsführer Jochen Danninger

Die Delegation des Projektteams bei der Verleihung des Preises:
v.l. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Klaus Haiden (Huyck.Wangner Austria GmbH / Andritz Fabrics and Rolls), Claudia Hagn (Starlinger & Co Gesellschaft m.b.H.), Generaldirektor-Stellvertreter Reinhard Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, ecoplus kaufmännischer Geschäftsführer Jochen Danninger
© Martin Hörmandinger

Clusterland Award 2019 
v.l. Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (3.v.l.), Generaldirektor-Stellvertreter Reinhard Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (2.v.l.), die ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki (2.v.r.) und Jochen Danninger (4.v.r.) sowie Claus Zeppelzauer, ecoplus Bereichsleiter Unternehmen & Technologie sowie Geschäftsfeldleiter Cluster Niederösterreich (1.v.r.) mit den Vertreterinnen und Vertretern der Projektpartner im Projet TEX2MAT
© Martin Hörmandinger

Klaus Haiden (Absolvent der Leobener Kunststofftechnik; Huyck.Wangner Austria GmbH / Andritz Fabrics and Rolls) und Claudia Hagn (Starlinger & Co Gesellschaft m.b.H.) aus dem Projektkonsortium präsentierten TEX2MAT dem Publikum, das gleichzeitig als Jury fungierte. Unter notarieller Aufsicht wurde TEX2MAT schließlich in einem mehrstufigen Live-Voting zum diesjährigen Sieger gewählt.

Die ersten Ergebnisse sind erfolgversprechend, so konnten aus den rezyklierten Fasern bereits erste Handtücher gewebt werden.

Ziel des Projektes ist es, einen KMU-tauglichen Prozess zu entwickeln, um Abfälle aus Baumwoll-PET-Mischgewebe enzymatisch zu trennen und so aufzubereiten, um sie wieder nutzbar zu machen. 

Der Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung beschäftigte sich dabei mit der Aufbereitung der getrennten und gereinigten PET-Fasern: diese wurden systematisch analysiert und durch Rekondensation und entsprechende Additivierung wieder auf ein verwertbares Niveau gebracht, um wieder versponnen zu werden. Erste Ergebnisse sind bereits vielversprechend, so ist es gelungen, Handtücher aus den rezyklierten PET-Fasern herzustellen.

"Neben der Aufbereitung des Materials für's Spinnen, testen wir auch Polyamid-Gemenge auf ihre Eignung für technische Spritzgussteile." so Uta Jenull-Halver, Verantwortliche für das Projekt am Department für Kunststofftechnik ( Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung). Analysen ergaben, dass sich das Material mit nur geringfügigen Optimierungen der Prozessparameter sehr gut für den Spritzguss eignet. Mittlerweile sind PA-Gemenge stark nachgefragte Wertstoffe und werden für technische Komponenten wie Feuerlöschergriffe sowie Textilien eingesetzt. Für die Firma Andritz werden so 120 Tonnen Abfall pro Jahr zu einem wertvollem Rohstoff!

 


 

Quellen:  https://www.ecoplus.at/newsroom/clusterland-award-2019-siegerprojekt-tex2mat-konnte-sich-im-live-pitch-durchsetzen und  https://science.apa.at/site/natur_und_technik/detail?key=SCI_20191106_SCI39491352051537174, 07.11.2019