Entwicklung des Instituts

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (KV) war 1970 eines der beiden Gründungsinstitute des Instituts für Kunststofftechnik an der Montanuniversität Leoben. In den letzten 50 Jahren hat es sich zu einem modernen, leistungsfähigen und anerkannten Forschungsinstitut entwickelt. Die Basis dafür ist ein Team von hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern. 

Im Jänner 1973 wurde o.Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Werner Knappe, der als Abteilungsleiter am DKI - Deutsches Kunststoffinstitut in Darmstadt tätig war, seinen Dienst als Ordinarius für Kunststoffverarbeitung an. Die vorhandenen Räume wurden schnell adaptiert und als Büros und Laboratorien genutzt. Durch die guten Kontakte zu den österreichischen Maschinenherstellern Battenfeld / Kottingbrunn, Cincinnati-Milacron / Wien und Engel / Schwertberg konnte das Technikum mit modernen Spritzgießmaschinen und Extrudern ausgestattet werden. Mit weiteren Spenden von Alpla / Hard und Hoechst / Frankfurt und der Anschaffung einiger Geräte war ab 1977 eine dem Stand der Technik entsprechende Lehre und Forschung möglich. 

Der erste Mitarbeiter, Dipl.-Ing. Dr.mont. Karl Gissing unterstützte die Entwicklung des Instituts ab April 1974. Bereits im Studienjahr 1975/76 wurde ein umfangreiches Lehrangebot geschaffen, das auch von Dozenten aus der Industrie maßgeblich unterstützt wurde. Die wichtigsten Forschungsgebiete waren von Anfang an Spritzgießen, Extrusion und Materialdatenermittlung, wobei die Projekte in enger Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt wurden.

Im Oktober 1984 trat Prof. Knappe in den Ruhestand und Dr. Gissing übernahm die Leitung der KV. 1985 schied er jedoch auch aus der MUL aus und Dipl.-Ing. Walter Friesenbichler, der im April 1984 sein Studium abgeschlossen hatte, übernahm bis 1989 interimistisch die Leitung des Instituts. Unterstützt wurde er von einer Reihe von Studienassistenten, unter ihnen Christian Kukla, der sich besonders engagierte. 

Im Juli 1989 wurde o.Univ.-Prof. Dr.-Ing. Günter R. Langecker neuer ordentlicher Professor des Instituts. Er hatte zuvor 12 Jahre lang in Battenfeld / Meinerzhagen, Deutschland, gearbeitet. Zuletzt war er als geschäftsführender Direktor verantwortlich für die technische Entwicklung von Spritzgießmaschinen, Extrusionsanlagen, Blasformanlagen und PUR-Systemen.
Während seiner 17-jährigen Tätigkeit als Leiter der KV hat er sich intensiv mit der grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung sowie mit der zeitgenössischen akademischen Lehre beschäftigt. Die Maschinenausstattung wurde durch weitere moderne Maschinen ergänzt. Vor allem wurde auch in die EDV-Ausstattung investiert, da ein neuer Forschungsschwerpunkt hinzukam: die rechnerische Auslegung von Schnecken und die Simulation des Spritzgießens. Mehr als 15 Jahre lang war er Vorsitzender der Lehrplankommission. Prof. Langecker hatte einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Polymerverarbeitung in Österreich geleistet.

Als er am 30.9.2006 in den Ruhestand trat, übergab er ein florierendes Institut an Ass.Prof. Dr.mont. Walter Friesenbichler übergeben, der das Institut bis Ende 2008 als interimistischer Leiter leitete. In dieser Zeit wurde der Mitarbeiter- und Drittmittelbestand weiter ausgebaut und die Forschungszusammenarbeit zunehmend internationalisiert. Für die zweite Förderperiode des PCCL und den K1-Antrag des PCCL übernahm Prof. Friesenbichler die Verantwortung für die polymerverarbeitungsbezogenen Projekte.

U niv.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont Clemens Holzer leitet das Institut seit dem 1.11.2008. Prof. Holzer hatte bei Prof. Langecker promoviert und 14 Jahre in der Schweiz gearbeitet. Zuerst in verschiedenen Positionen in der polymerverarbeitenden Industrie bei Huber+Suhner, Pfäffikon / CH, die letzten Jahre war er stellvertretender Direktor des Instituts für Polymer-Nanotechnologie INKA und Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch / CH.
Ein zentrales Anliegen bei seinen Berufungsverhandlungen war es, die vier Kunststoff-Institute an der Montanuniversität in einem gemeinsamen Gebäude zusammenzuführen und das Department für Kunststofftechnik zu gründen. Unter seiner Leitung und mit dem außerordentlichen Engagement von Dipl.-Ing. Stephan Schuschnigg konnte im April 2010 das neue "Zentrum für Kunststofftechnik" bezogen werden. Das Department wurde im gleichen Jahr gegründet und in der ersten Periode von Prof. Holzer geleitet.
In dem neuen Zentrum wurde ein beispielhaftes und international anerkanntes Technologiezentrum für Polymerverarbeitung aufgebaut und konnte durch die enge Zusammenarbeit mit der Polymerindustrie in Österreich und Deutschland vorbildlich mit modernsten Maschinen ausgestattet werden. 

Copyright der Bilder: Günter R. Langecker 

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