Hanffaserverstärkte Verbundwerkstoffe verbinden hohe mechanische Leistungsfähigkeit mit geringem Gewicht und guter Ökobilanz. Damit eignen sie sich besonders für den Einsatz im Bauwesen. Für Fassadenelemente sind neben der Tragfähigkeit insbesondere das thermische Isolationsvermögen und ein energieeffizienter Betrieb von zentraler Bedeutung. Zugleich stellen Außenanwendungen hohe Anforderungen: Lasttragende Bauteile müssen unter wechselnden Umgebungsbedingungen (Temperatur, Feuchte) dauerhaft sicher funktionieren.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen
- Materialentwicklung: Anwendungsspezifische Werkstoffkonzepte mit gezielter Funktionalisierung der Fasern, insbesondere hinsichtlich Feuchteresistenz und Brandverhalten.
- Prozessentwicklung: Definition und Optimierung wirtschaftlicher, qualitätsgesicherter Fertigungsverfahren für Baumaterialien.
- Validierung: Systematische Herstellung unterschiedlicher Materialvarianten bis hin zu Musterbauteilen und deren Prüfung mit geeigneten Methoden.
- Langzeitverhalten: Anwendungsnahe Charakterisierung unter realitätsnahen Bedingungen – mechanische Dauerlasten bei variierenden Temperaturen und Feuchten – zur Ableitung verlässlicher Bemessungsgrundlagen.
Von der Struktur zum Bauteil
Die im Projekt erarbeiteten Beziehungen zwischen Mikrostruktur, Verarbeitung und Bauteileigenschaften bilden die Basis für zielgerichtete Verbesserungen. Auf dieser Grundlage werden Fassaden- und andere Strukturbauteile hinsichtlich Leichtbaupotenzial, Energieeffizienz und Dauerhaftigkeit weiter optimiert.
Ausblick In den kommenden Projektphasen werden die vielversprechendsten Material- und Prozessvarianten skaliert, das Brand- und Feuchteverhalten weiter verbessert und prototypische Bauteile unter Langzeitbedingungen getestet. Ziel ist es, marktfähige, nachhaltige Leichtbaulösungen für den Bau zu etablieren – mit hanffaserverstärkten Verbundwerkstoffen als leistungsfähige Alternative zu konventionellen Materialien.
Über das Projekt:
Projekttitel: HempFibEx – Optimization of hemp fibre reinforced polymers for external applications
Förderung:BRIDGE research programme of FFG
Partner:Hilti Austria Industrie GmbH, Kompetenzzentrum Holz GmbH (WOOD Kplus), Montanuniversität Leoben (Institut für Verarbeitung von Verbundwerkstoffen und Design für Recycling , Institut für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe), Universität Innsbruck (Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften)
Kontakt: assoz.Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Ewald Fauster | ewald.fauster(at)unileoben.ac.at
Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert (www.ffg.at).
Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft.


