BeyondRecycle – Aus Textilabfall wird wertvolles Material

Viele Textilien lassen sich heute nicht recyceln. BeyondRecycle - ein neues Projekt am Institut für Verarbeitung von Verbundwerkstoffen und Design für Recycling unter der Konsortialführung von RHP und der Beteiligung von Partnern aus Wissenschaft und Industrie will einen neuen Weg aufzeigen: Aus schwierig zu rezyklierbaren Textilverbunden sollen hochwertige, leichte und robuste Werkstoffe entstehen – und zurück in den Kreislauf gelangen. Offizieller Start war das Kick-off-Meeting am 31. März.

Jedes Jahr fallen große Mengen an Textilien an, die mit herkömmlichen Methoden kaum oder gar nicht recycelbar sind – etwa mehrlagige Stoffe, Materialien mit Beschichtungen oder hohem Elastananteil, stark bedruckte Textilien oder verunreinigte Reststoffe. Oft landen sie in der Verbrennung oder auf der Deponie. BeyondRecycle setzt genau hier an und entwickelt Lösungen, um diese Abfallströme sinnvoll zu verwerten.

Unser Ansatz

Im Projekt kombinieren wir KI‑gestützte Erkennung und Sortierung, um problematische Textilien aus gemischten Abfällen präzise zu identifizieren und zu trennen. Die so gewonnenen Reststoffe werden anschließend in hochwertige Verbundwerkstoffe mit keramischer Matrix, insbesondere Siliziumkarbid oder Bornitridkarbid, weiterverarbeitet um sie besonders leicht, hart und widerstandsfähig zu gestalten. Durch aufbereitete Textilfasern als Verstärkung werden die Materialien zusätzlich robuster und weniger bruchanfällig, sodass sie Belastungen und Temperaturschwankungen besser standhalten.

Problematische Textilien werden damit nicht mehr einfach entsorgt, sondern sinnvoll genutzt – so entsteht weniger Abfall. Gleichzeitig wird neue Wertschöpfung geschaffen, denn aus „Abfall“ werden Produkte mit hohem Nutzen - und das stärkt Wirtschaft und Innovation. Zudem sinkt der Bedarf an Primärrohstoffen, und die Kreislaufwirtschaft wird nachhaltig gefördert.

Projektstart und Ausblick

Die Projektarbeit hat offiziell mit dem Kick‑off‑Meeting am 31. März 2026 begonnen. In den nächsten Schritten erproben wir die Sortiertechnologie in realen Abfallströmen und optimieren den Herstellungsprozess der neuen Werkstoffe weiter. Am Institute für Verarbeitung von Verbundwerkstoffen und Design für Recycling erfolgt eine Bewertung der zu entwickelnden Prozesse (insbesondere die Karbonisierung der Textilfasern bei der Sinterung der keramischen Matrix im Vergleich zum Einsatz von konventionellen Carbonfasern) hinsichtlich ökologischer Auswirkungen (LCA). Das Ziel ist ein skalierbarer, umweltfreundlicher Ansatz, der Textilabfälle messbar reduziert und neue Anwendungen ermöglicht.

Über das Projekt
Projekttitel: BeyondRecycle: Verwertung von nicht recycelbaren Textilabfällen
Förderung:FFG Ressourcenwende 2025
Partner:RHP-Technology GmbH (Seibersdorf, Konsortialführung), Montanuniversität Leoben - Institute für Verarbeitung von Verbundwerkstoffen und Design für Recycling (MUL-VV) und Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft (MUL-AVAW), Circulyzer GmbH, Materials Center Leoben (MCL)
Kontakt: assoz.Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Ewald Fauster | ewald.fauster(at)unileoben.ac.at

Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert (www.ffg.at). 
Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft. 

v.l.n.r. Majid Tabatabaei (MUL-VV); Paul Angerer (MCL); Daniel Schwabl (Circulyzer); Alexia Tischberger-Aldrian (MUL-AVAW); Erich Neubauer (RHP); Carmen Vladu (RHP);Leo Babejova (RHP); Ewald Fauster (MUL-VV) © RHP

Fotocredit: FFG

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